Der Weg in unsere Gemeinschaft
Einer lebenslangen Bindung, und das ist ein Ordenseintritt zumindest ab der ewigen Profess (Bekenntnis), geht notwendigerweise ein Entscheidungsprozeß voraus, der mehrere Jahre dauert. Für Generationen von Ordensschwestern begann der Eintritt in die Gemeinschaft mit einem Postulat, einer Phase des gegenseitigen Kennenlernens, in der die Frauen Zeit haben, sich ihrer Berufung klar zu werden.
Weil heute schon das Postulat einen fast unüberwindbaren Schritt bedeutet, da es in der Regel mit der Kündigung der eigenen Wohnung und der Arbeitsstelle verbunden ist, versuchen wir, neue Wege zu gehen: Es ist durchaus möglich, kürzere Zeiten innerhalb der Gemeinschaft zu verbringen und mit den Schwestern zu leben. Wächst der Wunsch, die Gemeinschaft und ihre Arbeit intensiver kennen zu lernen, kann eine sogenannte Kandidatur vereinbart werden, während der die Interessentin immer wieder Zeiten in der Gemeinschaft verbringt. Gleichzeitig übt sie zu Hause ihren geistlichen Weg ein und erhält durch regelmäßige Gespräche Unterstützung.
Über Postulat und Noviziat zur Profess
Am Ende der Kandidatur wird sich die Interessentin für oder gegen ein Postulat entscheiden, mit dem der Ordenseintritt beginnt. Wie bei der Kandidatur gehen Frauen während des einjährigen Postulats noch keinerlei Bindung ein und können die Gemeinschaft jederzeit wieder verlassen. Danach wird die Bindung enger. Denn zu Beginn des auf das Postulat folgenden Noviziats erhält die Frau ihr Ordenskleid, mit dem sie fortan schon äußerlich als Mitglied der Gemeinschaft zu erkennen ist.
Zwei Jahre lang hat die Novizin nun die Möglichkeit, ihr Leben mit Gott zu vertiefen, ihre Sendung zu erfassen und das gemeinschaftliche Leben einzuüben. Am Ende der Noviziatszeit steht die Bitte um die Zulassung zu den Gelübden. Bevor sich die junge Schwester auf Lebenszeit durch die Gelübde der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams an Gott und die Gemeinschaft bindet, legt sie zweimal eine auf drei Jahre befristete Profess ab.
Viele Tätigkeitsfelder für junge Schwestern
In den vergangenen Jahren sind in weiten Teilen der Gesellschaft das Interesse und die Fähigkeit für einen Weg der Nachfolge Jesu Christi verloren gegangen. Durch politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen sind gleichzeitig viele neue Nöte entstanden. Wir möchten uns zum Helfen bereit halten, können aber bei weitem nicht überall helfen, wo es nötig wäre; denn eine große Armut hindert uns daran: die Armut an jungen Mitschwestern.
Wir hoffen und beten dafür, dass immer wieder Frauen den Ruf Gottes hören und sich im vinzentinischen Geist aufmachen, mit uns den Dienst an den Armen zu leisten. Neben der Kranken- und Altenpflege, unserem traditionellen Einsatzgebiet, können wir uns weit mehr Tätigkeitsfelder vorstellen, die unserer Sendung entsprechen.
Möglichkeiten, uns kennen zu lernen
Mit uns in Kontakt treten oder uns kennen lernen können Sie beispielsweise bei Exerzitien oder bei Einkehrtagen in einem unserer Tagungshäuser. Über das aktuelle Angebot an Veranstaltungen informiert Sie Schwester Rosa Maria Dick. Sie hält sich auch gerne bereit zu einem persönlichen Gespräch oder zu einer Einzelbegleitung.