|
|
9. Juni 2010
"Nie glaubt man einem Menschen, weil er gut ist, sondern weil man ihn schätzt und liebt."
Der monatliche Impuls zum 350. Todestag unserer Ordensheiligen Vinzenz von Paul und Luise von Marillac betrachtet diesmal wieder ein Wort des hl. Vinzenz: "Nie glaubt man einem Menschen, weil er gut ist, sondern weil man ihn schätzt und liebt."

Im Kontext des hl. Vinzenz Hier formuliert der heilige Vinzenz sehr absolut. Ist das Gutsein für ihn keine Wichtigkeit? Um diese Frage beantworten zu können, helfen uns andere Worte und Einstellungen. Gut sein im fachlichen Bereich war ihm sehr wohl wichtig und er hat sich dafür auch stark gemacht, besonders bei den Priestern. Da erinnert auch jährlich das Tagesgebet: „...du hast Vinzenz berufen, für die Ausbildung guter Priester zu sorgen...“ Der „Schlüssel“, das Geheimnis im Leben des hl. Vinzenz waren die Liebe und Wertschätzung zu den Menschen, bedingungslos. Und das, obwohl er es auch mit verwahrlosten Menschen zu tun hatte und mit solchen, welche die Armut hart gemacht hat. Er „glaubte ihnen“ weil ihn nichts abbringen konnte, in ihnen den „göttlichen Kern“ zu lieben und Jesus, seinen Herrn und Meister. Von ihm hat Vinzenz selbst Liebe und Wertschätzung erfahren, lange bevor er sein Gutsein zeigen konnte.
Im Kontext meines Lebens Im Laufe meines Lebens waren und sind mir Menschen sehr wertvoll geworden. Auf einem Kalenderblatt las ich einmal: „Manche Menschen sind wie Meilensteine auf unserem Lebensweg.“ Das kann ich auch so sehen. Und vielleicht teilen Sie eine solche Sicht auch. Ja, Menschen, die wir wirklich schätzen und lieben, sind kostbar. Das, was sie sagen, hat Gewicht und wir mögen uns gerne damit auseinander setzen. Vorschuss an Vertrauen ist in einer solchen Beziehung mit im Spiel, ist wie ein „Vertärker“ des Guten und Misstrauen hat keine Chance. Wertschätzung und Liebe zu erfahren, ist und bleibt ein Geschenk.Wertschätzung und Liebe einzuüben, ist möglich, in der Erinnerung und Erfahrung, dass wir von Gott geliebt und ihm wertvoll und teuer sind, nicht weil wir gut sind, sondern weil zu ihm gehören. Seine Liebe stellt keine Bedingungen.
(Verfasst von Schwester Rosa Maria Dick)
|
|